Aerztepfusch Brust OP Lüneburg
Freizeit Spass vom 02.07.2008 - Bei meiner Brust-op wurde mir Sondermüll implantiert
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Jeder Blick schmerzt: Wenn Annegret Markenhof (60) morgens vor dem Spiegel steht und ihre vernarbten Brüste sieht, ist die Wut wieder da. Der bodenlose Ärger über die Ärzte, die ihr das angetan haben, ihr Implantate einoperiert hatten, die eigentlich gar nicht mehr auf dem Markt hätten sein dürfen. „Die Ärzte haben mir Sondermüll eingesetzt, denn die Implantate waren weltweit verboten“, schimpft die Frau aus Gladbeck. „Trotzdem wurden sie mir ohne mein Wissen eingesetzt und vom Chefarzt hinterher sogar noch als Schönheits-OP verkauft.“ Pfusch-OP – kein Einzelfall. Fünf Jahre musste die ehemals sportliche Frau kämpfen, bevor ihr ein Gericht recht gab. Rückblick. Bei einer turnusmäßigen Krebsvorsorgeuntersuchung wurden bei Annegret Mikroverkalkungen festgestellt. Sie sollten in einem Gelsenkirchener Krankenhaus entfernt werden – Routine. „Vor der OP hatte ich mit dem Chefarzt vereinbart, dass er bösartiges Gewebe entfernt.“ Von Amputation keine Rede. Schock. Als die Patientin aus der Narkose aufwachte, die böse Überraschung: „Man hatte mir die Brüste entfernt und Silikonimplantate eingesetzt! Alles war schief.“ Schlimmer. Bei ihrem anschließenden Portugal-Urlaub platzte die Haut über den Silikon-Kissen! „Ich konnte sie seitlich sehen! Schrecklich!“ Mit Hilfe ihrer Tochter Steffi (28) fand Annegret heraus: „Die Implantate waren längst aus dem Verkehr gezogen. Sie sind zu glattwandig, verrutschen leicht. In den USA hatte es deshalb schon Millionen-Klagen gegeben. Auf ominösen Umwege waren die Brustkissen mit anderen Etiketten nach Deutschland gekommen.“ Erfolg. Jetzt klagte auch Annegret Markendorf. Und bekam recht. Ein Gericht sprach ihr 40000 Euro Schmerzensgeld zu plus Kosten aller Folgeschäden. Doch der kämpferischen Frau geht es nicht ums Geld allein. Sie will Gerechtigkeit, schrieb ein Buch („Opfer eines Arztes“, MTM-Verlag) und gründete eine Selbsthilfegruppe. Annegret selbst hat sich ihre Brüste in einem anderen Krankenhaus wieder aufbauen lassen. Diesmal mit legalen Implantaten. Missglückte OPs – davon kann auch Angela Vollrath ein Lied singen. Seit sie 1999 im „ZDF-Fernsehgarten“ zur „Miss Barbie“ gewählt wurde, hat sie den Titel als Einnahmequelle entdeckt. In rund 20 Operationen ließ sie sich immer mehr wie das kleine Plastikpüppchen stylen. Doch nicht immer ging alles gut. Angst. Beim letzten Oberweiten-Eingriff ging etwas schief: Die rechte Brust war halbrund, die linke oval. Der Karriere-Traum drohte zu platzen, die Wunde über dem mittlerweile entfernten rechten Kissen entzündete sich. „Ich hatte solche Schmerzen, dass ich daran dachte Schluss zu machen“, sagt „Barbie“. Retter. Hilfe brachte ihr erst Schönheitschirurg Dr. Akos Hargittay. Er entfernte beide Implantate, ersetzte sie durch neue. Jetzt ist Angela wieder glücklich. Vielleicht aber nur bis zur nächsten „Runderneuerung“, wie sie die Eingriffe selbst nennt. Dr. Hargittay: „Bei jeder OP besteht ein Risiko!“ Wohl dem, der die Wahl hat… Schonungslos aufklären „Der Pfusch bei Schönheits-OPs hat zugenommen!“, so der Patientenanwalt Stefan Hermann (42) aus Marl (NRW), „denn die Zahl der OPs ist gestiegen!“ Immer mehr Menschen lassen sich an Augen, Ohren und Nase verändern, ohne sich über die möglichen Konsequenzen im Klaren zu sein. „Patienten müssen vor Schönheits-OPs von den Operateuren schonungslos über die Risiken aufgeklärt werden. Das fordert auch der Bundesgerichtshof in seinen Urteilen.“ Dazu gehöre auch, dass den Patienten vor der OP nicht nur schöne Bilder gezeigt würden.
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